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Bettina Franckenberg




Ausstellung in der C.A.M. - Galerie, Istanbul
"Lebensstufen" - eine textile Installation

9. - 30. Oktober 2001

Mit dieser Ausstellung greife ich mein vor langer Zeit begonnenes Thema wieder auf und führe es weiter - die Raeumlichkeiten in Teþvikiye haben mich dazu inspiriert und ermöglichen mir eine herrliche Konsequenz. Es geht um das Leben im Einklang mit dem Kosmos, um Wachstum und Reifung - in allen Lebensstufen.

Begonnen hat alles mit der Beschaeftigung mit matriarchaler Mythologie: eine der ersten von den Menschen gefundenen Antworten auf die Fragen nach der Entstehung der Welt und dem Sinn des Lebens.
In ihrer Vorstellungswelt des Universums symbolisiert die dreigestaltige Mondgöttin sowohl das Leben mit all seinen Aspekten als auch die Natur in ihrem Kreislauf.
Die weisse Sichel ist das Symbol der Göttin in ihrer Maedchengestalt, Symbol für Unschuld, Jugend und Frühling. Der rote Vollmond ist das Symbol der Göttin als reife Frau, Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit, die im Sommer, dem Höhepunkt des Jahres, regiert.
Die schwarze Sichel, oder Neumond, symbolisiert die Greisinnengestalt der Göttin, die als Todesgöttin die Unterwelt beherrscht und alles Leben in die Tiefe nimmt, im Herbst und Winter, um es im neuen (Früh)Jahr wieder aufsteigen zu lassen und somit den Kreislauf weiterführt.

In meiner Arbeit sind die mythologischen Farben weiss, rot und schwarz sowohl Symboltraeger als auch Gestaltungselement, auch die anderen Farben meiner Komposition, und die Auswahl und Zusammenfügung der Stoffe haben eine bestimmte, symbolische Bedeutung.
Ein Teil der Installation besteht aus einem langen Band, das den Besucher in und durch die Ausstellung leitet: es ist ein symbolischer 'Lebensfaden', aus handgewebter Seide und persönlichen Stoffen, mit Erinnerungen, Gefühlen und Sehnsüchten behaftet und von Hand zusammengefügt - das Naehen von Hand ist für mich wie Meditation und ein entscheidender Aspekt in der Gestaltung des Ganzen.

Die anderen Installationen stehen im Gesamtkonzept zum Thema, sind aber auch durchaus eigenstaendige Textilkunstwerke, die zur freien Assoziation einladen.