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Bettina Franckenberg

Bücher

  • Zeitgenössische Textilkunst im Wirkungsbereich Deutschland - Österreich - Schweiz,
    Herausgeber Friderike Grünke, Verlag Brüder Hollinek, Wien
  • Loads and Fate of Fertilizer-derived Uranium, Editors Luit J.de Kok & Ewald Schnug, Backhuys Publishers, Leiden - Margraf Publishers, Weikersheim 2008 - die Arbeit "Uranyum" als Buchdeckelgestaltung

    Fachzeitschriften

  • Textilkunst, international - März 2004, Schaper Verlag, Hannover

    Tageszeitungen

  • Ute Spölgen, 'Schwarz auf weiß' - deutschsprachige Zeitung, Ankara, Herbst 1999
  • Murat Ural, 'Cumhuriyet' - 10.Oktober 1999, Istanbul

    In Ausstellungskatalogen und Tagespresse zu Ausstellungen.


    Über meine Kunst

    Der deutsche Maler August Macke, den ich sehr verehre, sagte einmal:
    "Schauen der Pflanzen und Tiere ist: ihr Geheimnis fühlen.
    Hören des Donners ist: sein Geheimnis fühlen.
    Die Sprache der Formen verstehen heißt:
    dem Geheimnis näher sein - leben."

    Mit Farben und Formen zu spielen und Bilder zu "bauen" fasziniert mich schon sehr lange. Während der Schulzeit habe ich viel gemalt …
    Dann lernte ich die klassische, englische Patchwork-Technik kennen, bei der einzelne Stoffstücke mithilfe von Pappschablonen von Hand zusammengenäht werden.
    Da schaffe ich eine Komposition, also ein "Ganzes", zerlege es in Einzelteile, indem ich Karton und Stoff zerschneide, und anschliessend setze ich alle Teile durch das Zusammennähen von Hand wieder zusammen: dieses manuelle Arbeiten ist für mich eine Art Meditation.

    Die Nähte sind Gestaltungselemente, sie schließen eine Fläche ab, bilden Linien und Dimensionen, öffnen Horizonte … Kleine Asymmetrien in dem harmonischen Ganzen einer Gestaltung eingebettet gleichen einem Stolpern (oder einer "Erleuchtung"!), und ein intuitives Erfassen von Balance und Harmonie fangen es auf …

    Eine ganz andere Technik ist die Textilcollage. Dabei male ich mit der Nähmaschine, indem ich (auch die kleinsten) Stoffstücke übernähe, spontanen Eingebungen folgend: am Anfang weiß ich nicht, wo ich am Ende "lande". Tiefen und Perspektiven entstehen während der Arbeit …

    Die Schöpfer der traditionellen japanischen Gärten, mit denen ich eine Seelenverwandtschaft fühle, werden mit den Dichtern verglichen - aber statt mit Worten drücken sie ihr Anliegen mit Naturkomponenten aus: mit Steinen, Moos, Wasser und Bäumen. Diese sollen den Menschen auch auf kleinstem Raum das wahre Wesen einer Landschaft wahrnehmen lassen und so eine Atmosphäre schaffen, in der die vom Alltag erschöpfte Psyche Frieden findet.

    Diese Gärten tragen alle Merkmale eines Kunstwerkes: Schlichtheit, Kunst der Andeutung, der gedämpften Farben und Gefühle, aber auch Freude an Dingen, die von Asymmetrie, der Patina der Zeit und wehmutsvoller Trauer, dem ewigen Begleiter des menschlichen Lebens, gekennzeichnet sind.

    Ähnlich wie die Gartenkünstler das Wissen um Raumgliederung und um Verteilung von Licht und Schatten von der japanischen Tuschemalerei übernahmen, lernte auch ich von den Malern die Kunst, dem Werk seinen inneren Rhythmus zu geben.